Wenn Bürokratie den Weinkeller leert: Warum wir die Petition gegen die geplanten Importregeln unterstützen

Es gibt Vorschläge aus Bundesbern, die man zweimal lesen muss – nicht weil sie kompliziert sind, sondern weil man kaum glauben kann, dass sie ernst gemeint sind. Der aktuelle Entwurf des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) zur Neuverteilung der Weinimportkontingente gehört dazu.

Was geplant ist

Die Schweiz darf gemäss WTO-Vereinbarung eine bestimmte Menge Wein zu einem reduzierten Zollansatz importieren. Dieses Kontingent stand bislang allen offen – und wurde nie vollständig ausgeschöpft. Das WBF möchte nun die Verteilung neu regeln: Wer künftig von diesem Kontingent profitieren will, muss gleichzeitig Schweizer Trauben kaufen und diese selbst zu Wein keltern. Beide Bedingungen kumulativ.

Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der Schweizer Kellereien – darunter viele spezialisierte Weinhändler, die das Rückgrat der Weinvielfalt in diesem Land bilden – wären vom System ausgeschlossen.

Was das mit Ihrem Weinkeller zu tun hat

Unsere Kunden sind keine Gelegenheitskäufer. Sie sammeln bewusst: einen Barolo, der noch zehn Jahre braucht. Einen Hermitage, der in fünf Jahren seinen Höhepunkt erreicht. Einen Weissburgunder aus dem Elsass, der perfekt zur Terrine passt, die erst in drei Jahren auf dem Tisch steht. Diese Weine kommen meist von kleinen, spezialisierten Importeuren, die über Jahre Beziehungen zu bestimmten Produzenten aufgebaut haben.

Genau diese Händler würden unter dem neuen System massiv unter Druck geraten oder ganz verschwinden. Dafür würden grosse Kellereien und Detailhändler gestärkt – jene, die primär auf Volumen und Marge setzen, nicht auf Entdeckergeist.

Die Folgen für Weinsammler sind absehbar: weniger Auswahl im spannenden Segment, steigende Preise durch handelbare Zertifikate als neue Kostenschicht, und eine schleichende Uniformisierung des Schweizer Weinmarkts.

Kein Angriff auf Schweizer Winzer – im Gegenteil

Wir möchten eines klarstellen: Diese Kritik richtet sich nicht gegen Schweizer Winzerinnen und Winzer. Ihre Lage ist schwierig, und sie verdienen echte Unterstützung. Aber dieser Vorschlag bietet sie nicht. Analysen zeigen, dass die grossen Kellereien – nicht die Winzer selbst – am stärksten profitieren würden. Der Traubenpreis würde unter dem Druck der Marktverhältnisse eher weiter sinken, nicht steigen.

Wer den Schweizer Weinbau wirklich stärken will, braucht bessere Instrumente als ein bürokratisches Zertifikatssystem, das vor allem handelbaren Wert für Grossbetriebe schafft.

Unsere Haltung

Als Unternehmen, das Weinsammlungen schützt und pflegt, sind wir der Überzeugung: Weinvielfalt ist kein Luxus. Sie ist das, wofür unsere Kunden Leidenschaft, Zeit und Geld investieren. Deshalb unterstützen wir die Petition gegen diesen Vorschlag ausdrücklich – und laden Sie ein, dasselbe zu tun.

Hier geht es zur Petition: Nein zum neu geplanten, absurden Zollregime für Weinimporte

Je mehr Stimmen, desto grösser die Chance, gehört zu werden.